Äthiopier altern in Zion


„Ich komme der Morgendämmerung zuvor und schreie; ich hoffe auf dein Wort“ (Psalm 119,147).

Die ältere äthiopische Bevölkerung in Jerusalem enthält Quellen von reicher Geschichte, Kultur und Tradition. Es wird erwartet, dass bis zum Jahr 2050 die ältere äthiopische Bevölkerung um 50% zunehmen wird. Viele Äthiopier über 75 fühlen sich aber zum großen Teil an den Rand gedrängt. Väter, die einst für ihre Weisheit und ihr Wissen in Äthiopien hoch angesehen waren sind nun dazu verbannt, tagelang in Abgeschiedenheit zu leben, ohne soziales Leben. Diese Bevölkerung lebt als „stille Generation“. Stille Generation, weil die ältere Generation von Äthiopiern Amharisch spricht und nicht Hebräisch, wie die jüngere Generation. Diese Menschen konnten das Hebräische nicht schnell genug lernen und in den meisten Fällen sogar gar nicht.

„Lass dein Angesicht leuchten über deinem Knecht; rette mich durch deine Gnade!“ (Psalm 31,16).

Das Projekt Hoffnung für die Zukunft hat es oft mit älteren Klienten zu tun, vor allem aus Bnei Brak. Diesen Monat hatten wir die Gelegenheit mit einem Ehepaar Zeit zu verbringen, das mit gesundheitlichen Problemen kämpft. Mhft Avraham und seine Frau tragen die typische Erschöpfung von Alter und Trauma. Mhft war einige Zeit im Krankenhaus, weil ihm eine Niere entfernt wurde und weil er auch mit Krebs kämpft. Seine Frau Meherat erholt sich gerade von einem Schlaganfall. Als sie ihre Rechnungen und Dokumente durchsortierten, um uns nötige Informationen weiterzugeben, erhellten sich plötzlich ihre Gesichter, als sie auf Bilder und Dokumente aus ihrer Vergangenheit stießen. Sie begannen über Ereignisse zu erzählen, auf die sie stolz waren, und zeigten uns einige erstaunliche Bilder. In Gondar war es für Mfht eine ganz andere Welt. Er war dort zum Ratsvorsitzenden gewählt worden und später wurde er verhaftet, weil er heimlich äthiopischen Einwanderern geholfen hatte. Mhft war zwei Jahre im Gefängnis und wurde auch gefoltert.

Wir fragten ihn, warum er nicht zusammen mit den anderen ausgewandert war. Er antwortete, dass er seine blinde Mutter nicht zurücklassen wollte. Auch seine Frau war zum Reisen zu schwach gewesen. Er konnte uns einige sehr heldenhafte Geschichten erzählen. Obwohl er in seinem Leben viel durchgemacht hat, ließ er sich jedoch nicht unterkriegen. Er erhielt in Israel auch die Ehrung als „Häftling aus Zion“. Hoffnung für die Zukunft weiß, dass diese Generation nicht vergessen werden wird.

Viele Geschichten schlummern in den gebrechlichen Körpern vieler älterer Menschen dieser Gemeinschaft. Sie werden als alt und religiös angesehen, aber in ihnen verbergen sich die wahren Geschichten ihrer Kämpfe, ihres Durchhaltens und ihrer Hoffnung, nach Israel zurückzukehren. Hoffnung für die Zukunft erkennt, dass Menschen wie dieses Ehepaar das Bedürfnis haben, gehört und erinnert zu werden und auch an sozialen Aktivitäten teilzunehmen. Wir helfen dabei, indem wir sie mit anderen in Gruppen zusammenbringen, wo sie dann ein Gefühl für Zusammengehörigkeit entwickeln können und sich gegenseitig aufbauen.

Bitte beten Sie auch für diese stille Generation in Israel. Mit Ihrer Unterstützung und mit viel Vision hoffen wir, dass wir auch andere finden können, die mit Krankheiten und Depressionen kämpfen. Wir wollen sie erreichen und durch aufbauende Aktivitäten ermutigen, um ihre Hoffnung wiederzuerwecken und durch all unsere Bemühungen das Licht des Vaters hindurchscheinen zu lassen. Wir wollen viele vom Leid gezeichnete Gesichter erwärmen und harte Herzen erweichen und erfüllen.

„Aber ich vertraue auf dich, o HERR; ich sage: Du bist mein Gott!“ (Psalm 31,15).

Marcia Brunson
Projekt Hoffnung für die Zukunft


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