Vorherbestimmt zu leben


Er wartete auf unseren Besuch

„Darum siehe, ich werde es sie diesmal wissen lassen, werde sie meine Hand und meine Macht erkennen lassen, und sie sollen erfahren, dass mein Name HERR ist!“ (Jeremia 16,21).

Bei den Fällen, mit denen sich das CFI-Projekt Vergesst sie nicht befasst, gehört immer ein Besuch eines älteren Holocaust-Überlebenden in seinem Zuhause dazu. Bei diesen Besuchen genießen wir die Gemeinschaft und versuchen zu erkennen, wie wir helfen können. Vor Kurzem besuchten wir unseren guten Freund Evsey, der ganz alleine lebt. Er ist sehr einsam und immer sehr dankbar, wenn wir ihn besuchen. Während des 2. Weltkrieges ist er sechs mal gerade so mit dem Leben davon gekommen – im Ghetto, wo seine ganze Familie ermordet wurde; auf dem Schlachtfeld, wo er mit den Partisanen kämpfte; und später mit der Roten Armee. „Ich kann nicht glauben, dass ich überlebt habe und ich kann immer noch nicht begreifen, wie,“ sagte er zu uns.

Vor ein paar Monaten rief uns Evsey an, als seine Klimaanlage ausfiel. Es ist sehr schwer in Jerusalem in den heißen Sommermonaten und kalten Wintermonaten auszukommen, wenn es keine Zentralheizung gibt, vor allem für ältere Menschen. Deshalb waren wir sehr froh, dass CFI in dieser Not aushelfen und eine neue Klimaanlage für Evsey kaufen konnte.

Am Tag unseres Besuches war es regnerisch und kalt draußen, aber warm und gemütlich drinnen. Als wir ankamen sagte er: „Euer Kommen ist wie ein Treibstoff, der mich am Leben hält. Wenn ich Menschen sehe, will ich leben.“

Wir sagten Evsey, dass wir ihm nur wegen all der Menschen aus der ganzen Welt helfen können, die eine Liebe für die Holocaust-Überlebenden haben und unser Vergesst sie nicht Team unterstützen.

Evsey erzählte: „Als der Krieg begann (1941) wurde ich 17. Ich werde niemals den ersten Einbruch vergessen, als die Nazis in unser Haus kamen und meine ganze Familie rauszerrten und auch meine invalide Tante, die nicht gehen konnte, ermordeten, genau vor meinen Augen ... Ihr Körper wurde durch die Kugeln vom Boden aufgehoben und dieser Anblick verlässt mich nicht. Ich hab meine Familie nie wieder gesehen, nur meine Schwester entkam ... Aus unbekannten Gründen ließen sie mich am Leben. Ich verbrachte 17 Monate im Ghetto. Zwei Mal versuchte ich zu entkommen und wurde fast durch die deutschen Soldaten getötet, nur durch ein Wunder erschien aus dem Nichts ein Offizier und rettete mein Leben ... Ich wundere mich noch immer, warum. Der Zweck des Gehttos war die totale Vernichtung der Juden. An einem Tag wurden 12.000 Menschen ermordet und in einem Massengrab vergraben.“

„Ich wurde ein geheimes Mitglieder der Partisanen-Gruppe und half dabei, Munition an die Partisanen zu schmuggeln. Einmal kam ich in das Ghetto, um meiner Schwester zur Flucht zu verhelfen, aber es war zu spät zu verschwinden. Wir versteckten uns unter einer hölzernen Toilette in der Nähe eines Zauns und verbrachten dort drei Tage, wo wir furchtbare Grausamkeiten beobachten mussten. Das Ghetto wurde komplett zerstört und wir schafften es endlich zu entkommen. Ich ließ meine Schwester bei russischen Partisanen zurück und musste später herausfinden, dass der Kommander sie tötete, weil sie eine Jüdin war. Nachdem die Gegend befreit wurde, schloss ich mich der Roten Armee an. Im August 1944 wurde ich schwer an meinem Bein verwundet, welches beinahe amputiert werden musste. Nach meiner Genesung wollte ich gleich wieder an die Front zurück, wurde aber kurz darauf wieder verwundet, dieses Mal am Kopf. Ich verlor fast mein Gehör, aber es geschah wieder ein Wunder und ich überlebte. Inzwischen glaube ich fest an den Einen (Gott), der mein Leben beschützt hat und ich bin dafür sehr dankbar.“

Das Leben ist ein Wunder, das wir manchmal nicht erkennen oder wertschätzen. Überlebende, die durch so viel Leid gegangen sind, halten an diesem Wunder fest und ihr Überlebenswille ist erstaunlich. Als CFI-Team sind wir dankbar, dass wir sie unterstützen und die Freude und den Trost Gottes in ihren oft einsamen Alltag bringen dürfen. Wir schätzen Ihre Gebete für diese lieben Menschen sehr. Sie helfen uns durch ihre regelmäßige Unterstützung „die Hand der Überlebenden zu halten“!

Olga Kopilova
Projekt Vergesst sie nicht


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