Ein Traum erfüllt


Erinnerungen für zukünftige Generationen festgehalten

Im Januar organisierte das „Vergesst sie nicht“-Team von Christliche Freunde Israels eine sehr bedeutende und besondere Veranstaltung – eine Buchneuvorstellung in der Stadt Kfar Saba. Vor drei Jahren hatte das Team Efim – den Leiter der Organisation der Holocaust-Überlebenden in Kfar Saba – besucht, kurz nach der Gründung der Organisation. Wir fanden heraus, dass Efim einen Traum hatte – die Geschichten der Überlebenden aufzuschreiben und ein kleines Buch daraus zu machen. Dadurch können die Geschichten an die zukünftigen Generationen weitergegeben werden. Wir hatten den Wunsch, ihm bei der Erfüllung dieses Traumes zu helfen und kauften ihm einen Audio-Recorder. Später besuchten wir zusammen mit Efim die Überlebenden.

Wir empfinden es als sehr wichtig, die Vergangenheit zu kennen und die Erinnerungen der schrecklichen Ereignisse des Holocausts festzuhalten. Obwohl wir nie vollkommen begreifen werden, was diese kostbaren Menschen durchmachen mussten, können und müssen wir jedoch in unseren Tagen, in denen es einige sogar wagen zu bezweifeln, dass der Holocaust überhaupt passiert ist, ihre Stimmen sein.

Hier ein paar Zitate aus dem Buch „Die Wahrheit über die Vergangenheit“.

„Nach der Befreiung gingen wir wieder in unser Heimatdorf zurück. Es war April. Wir pflanzten Gemüse in unserem Garten. In diesem Jahr war die Ernte schlecht, aber wir hatten mehr als genug. Die Nachbarn bezeichneten das als Wunder – Gott half Juden, die durch ein Wunder überlebt haben.“ -Malka

„Die Menschen starben wegen der Kälte und aus Hunger. Ich weinte viel und bettelte um ein Stück Brot. Obwohl ich erst klein war, konnte ich das nie vergessen. Wenn ich mich an die Schrecken der Ghettos erinnere, bitte ich den Allmächtigen, dass so etwas nie wieder geschehen wird, so dass unsere Kinder und Enkelkinder niemals einen Holocaust erleben müssen.“ -Manya G.

„Indem sie die Türen des Hauses, in dem wir uns alle versteckt hatten, aufbrachen, gelangten die Nazis schließlich nach innen. Einer von ihnen schlug meine Mutter mit dem Kolben seines Gewehrs und tötete sie. Bevor ich es schaffte, aus dem Haus wegzulaufen, sah ich, wie auch andere Mitglieder meiner Familie getötet wurden. Niemand überlebte, aber die Kugeln erwischten mich nicht. Ich konnte in ein nahegelegenes Dorf entkommen und versteckte mich in einem großen Schweinestall. Ich hatte Glück – die Schweine hatten gerade etwas zu Essen bekommen. Man konnte sich in diesen Tagen keine bessere Mahlzeit vorstellen. Ich werde nie vergessen können, was ich in dieser Zeit gesehen habe. Ich flehe zu Gott, dass die Menschen nie wieder erfahren müssen, was ein Holocaust ist.“ -Ida

„Wir lebten einige Monate in dem Ghetto in Sokeryani. Meine Mutter bekam Typhus und bald danach wurden wir wieder auf einen Marsch geschickt. Wir waren auf dem Weg nach Ataki und meine Mutter wurde auf einen Karren gelegt. Danach ist Folgendes geschehen ... Meine Schwester und ich gingen ein wenig vor der Schlange voraus und blieben kurz vor einem Fluss stehen. Ich warf Steine in den Fluss, als sich uns plötzlich ein rumänischer Wachmann näherte. Er fragte uns, was wir hier tun würden und wir erklärten, dass wir ein wenig unserer Mutter vorausgegangen waren, die auf einen Wagen gelegt worden war. Er sah sich vorsichtig um und empfahl uns, schnell zurückzulaufen und unsere Mutter von dem Karren herabzunehmen, denn alle, die darauf lagen, würden getötet werden. Vielleicht hatte dieser Wachmann auch Kinder und hatte sich deswegen über uns erbarmt. Sein Rat kam gerade noch rechtzeitig.“ -Raya

„Jemand Wichtiges sollte das Ghetto besuchen und alle mussten mithelfen, auch die Kinder, die Straßen von dem Schnee zu befreien. Einem der Wachmänner war mein Besen nicht groß genug. Er kam schreiend auf mich zu und schlug mich mit einem Knüppel auf den Kopf. Ich wurde bewusstlos und fühlte mich noch einige Wochen lang sehr krank. Bis heute habe ich immer noch Phasen mit schlimmen Kopfschmerzen und Schwindelgefühlen, wenn ich auf eine Seite falle. Das ist, was ich aus diesem Krieg ‚mitgebracht‘ habe.“ -Manya B.

Ich möchte mit Efims Worten schließen: „Wenn ich mich an die schlimme Vergangenheit erinnere, ist mein größter Wunsch, dass niemand solche Qualen und Kummer erleben möge, wie wir es taten und die ohne die Liebe und Zuneigung eines Vaters aufwachsen mussten. Bitte, liebe Leute, seid vernünftig und lebt in Frieden. Liebt einander und vergesst nicht, Gutes zu tun.“

Wir als Team waren Gott sehr dankbar, dass Er uns dabei geholfen hat, dieses Buch zu veröffentlichen und den Traum einer Person zu erfüllen. Wir sind auch Ihnen – unseren treuen Unterstützern – für Ihren Stand mit Israel und CFI zutiefst dankbar. Dies gibt uns die Möglichkeit in Ihrem Namen den Menschen Trost und Liebe zu bringen, und ihre Stimmen zu sein, die ihre herzzerreißenden Erinnerungen bewahren.

Olga Kopilova
Projekt Vergesst sie nicht


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