Sharon Sanders - Es steht geschrieben


"... aber das Wort unseres Gottes bleibt in Ewigkeit" (Jesaja 40,8; 1. Petrus 1,25)

In unserer heutigen Welt sehen wir viele Gemeinden, die sich auf einen selbstzerstörerischen Pfad begeben haben. Warum? In diesem Jahr „… tauchten neue Erscheinungen in Weihnachtsaufführungen auf, wie in einer Grundschule in Norwegen … Schüler lasen nicht nur Bibelstellen vor, sondern auch Auszüge aus dem Koran.“ In dem Artikel wird weiter berichtet, dass die Lehren Mohammeds bis in Kirchen in der ganzen Welt vorgedrungen sind. In der St. Mary‘s Episcopal Cathedral in Glasgow, Schottland, wurden Passagen aus dem Koran vorgelesen … wie auch … Gesänge aus dem Koran in der Kirche von Santa Maria in Trastevere in Rom, Italien, vorgetragen“ (Paul Bremmer, APP Frontpage, Faith, Front Page, WND.com). Überall auf dem Globus wird im christlich-religiösen Rahmen der Koran mit der Wahrheit von Gottes Wort vermischt. „Liberales Christentum hat sich in vielen Fällen von seinem Fundament auf dem Wort Gottes entfernt“ (Rabbi Johnathan Cahn, WND.com). Ich möchte hoffen, dass wir Gottes Wort so gut kennen, dass wir überall dort, wo Irrlehre und Täuschung praktiziert wird, erkennen können, dass es so „NICHT geschrieben steht“, in Gottes immerwährendem und unveränderlichem Wort, das Er uns durch das jüdische Volk zur Verfügung gestellt hat. Herzgeliebte Christen, Brüder und Schwestern, es darf kein Preis auf die heiligen Worte des Gottes Israels aufgeklebt werden, die uns ein für alle Mal und für die gesamte Menschheit gegeben wurden, die so weitverbreitet mit dem Titel „Altes Testament“ kategorisiert wurden. Bleiben Sie mit mir, wenn ich die unglückliche Betitelung, und die unhöfliche und uninformierte Charakterisierung der Bücher der Bibel aufdecke.

Weil wir in Israel leben, liegen die Worte „Torah“ oder „Tenach“ auf der Zunge eines jeden Gläubigen hier im Lande; die meisten Christen in der Welt, etwa 2,3 Milliarden Menschen, verwenden hingegen das Wort „Altes“ Testament, wenn sie von dem ersten Teil der Bibel sprechen. Dabei handelt es sich jedoch um eine Fehlbezeichnung. Es ist regelrecht Rebellion gegen Gott, wenn wir Sein ewiges Wort falsch oder unangebracht betiteln. Dieser Fehler ist ein Fauxpas, oder genauer gesagt, ein Verständnisfehler der christlichen Kirche. Hier in Israel kennen wir diesen Teil der Bibel als das lebendige Wort, lebendig und real. Es ist traurig, dass unsere Bildung in diesem Bereich bisher nicht ausgereicht hat, um diesen weitervererbten Fehler zu beheben. Nur Gott weiß, wie viele Juden ihr Leben frühzeitig verloren, weil Christen glaubten „ihre Bücher“ („Altes Testament“) seien beendet, veraltet und überholt.

Elliot’s Commentary for English Readers (Elliots Begleitkommentar für Englisch-Leser) erläutert, dass „das Verb für ‚lehren‘ die Wurzel des hebräischen Wortes ‚Gesetz‘ ist, also die Lehre Jahwes. In der Geschichte stempelte die Kirche die Torah und den Tenach (die hebräischen Schriften) primär als gesetzlich ab. Gottes Wort als „alt“ zu klassifizieren (anstatt als überdauernd, ewig, ewiglich, unsterblich, unzerstörbar, fortwährend, unaufhörlich und zeitlos – um nur ein paar biblische Bezeichnungen dafür aufzuzählen) ist eine ernste Beleidigung für unsere jüdischen Freunde. Es ist eindeutig, dass der Herr Jesus die Torah bestätigte und Seine Lehre auf die Torah stützte. Immer wieder finden wir im Neuen Testament Seine Aussagen: „Es steht geschrieben…“ Da es zu Seiner Zeit noch kein Neues Testament gab, ist es kristallklar, dass Jesus hier den Menschen deutlich machen wollte, wo sie ihre Antworten finden könnten.

Es waren die jüdischen Schriftrollen, die Er in den Synagogen ausrollte, um zu lesen. Er sprach über sie mit Seinen Nachfolgern auf der staubigen Straße nach Emmaus. Er entzündete und setzte ihre Herzen in Brand mit Seiner Leidenschaft und Offenbarung. Wenn die heiligen Schriften der Juden für Jesus relevant waren, warum sind sie es dann nicht für uns? Paulus sagt uns, dass es Gerechtigkeit im Gesetz gibt (Philipper 3,6). Es stimmt, dass er damit fortfährt zu erläutern, dass unsere Gerechtigkeit vor Gott nicht aus dem Gesetz (was wir das Alte Testament nennen) allein kommen kann, sondern nur durch den Glauben an Jesus, was der bessere Weg ist (Philipper 3,9). Indem Er die gerechten Forderungen des Gesetzes in sich erfüllte, die unmöglich für jeden Menschen einzuhalten sind, ist Er unsere Gerechtigkeit, durch den Glauben an Ihn. Das ändert aber nicht die Tatsache, dass dort, wo „es geschrieben steht“ – in den jüdischen Schriften (dem Alten Testament) –, wir über Gottes Souveränität, Seine Heiligkeit, die Zehn Gebote und die Psalmen gelehrt werden, und auch über alle biblischen Verheißungen für Israel und für uns und Prophezeiungen, die sich gerade erfüllen und in Gottes perfektem Zeitplan noch in Erfüllung gehen werden.

Warum studieren Christen also das Alte Testament nicht mehr? Die gewöhnliche Antwort ist: „Wir haben ja das Neue Testament.“ Auf diese Antwort kann ich förmlich Lance Lambert erwidern hören: „Aber wartet mal einen Moment, lasst mich bitte erklären!“ Die hebräischen Schriften sind in der Tat eine Anleitung, eine Lehre, keine gesetzliche Liste von Regeln, wie manche denken mögen. Die Torah besteht aus den ersten fünf der vierundzwanzig Bücher des Tenach, worauf das Neue Testament wiederum aufbaut. Wir müssen ein brennendes Verlangen nach der ganzen Bibel entwickeln, nicht nur für das Neue Testament. Es wird keine „Neu-Testamentlichen Kirchen“ im Kommenden Königreich geben, denn „... von Zion wird das Gesetz ausgehen“, andernfalls würden sich Jesaja und Micha bei den Menschen entschuldigen müssen (Jesaja 2,3; Micha 4,2).

Es gibt keine zwei Bibeln, es gibt nur EINE. Der Gott des „Alten Testaments“ ist der Gott des „Neuen Testaments“. Ein Gott. Der Prophet Maleachi verkündete, dass sich der Allmächtige niemals ändert, und auch Sein Wort ändert sich nie (Maleachi 3,6). Petrus lässt uns wissen, dass Gottes Wort durch alle Zeiten bestehen bleibt. Seine Worte bleiben in Ewigkeit (1. Petrus 1,26). Petrus, ein Jude, hatte kein Neues Testament, auf das er sich beziehen hätte können. Warum also, würden wir weiter den Ausdruck „Altes“ Testament verwenden? Manche könnten jetzt vielleicht sagen, „das haben wir schon immer so gemacht“ oder, „es wurde veraltet, als Jesus kam“. Das wäre jedoch eine Inkompetenz und würde weiterhin die Gläubigen daran hindern, in die Fülle des Glaubens und des Verständnisses des Planes Gottes für Israel und die Menschheit zu kommen. Es ist an der Zeit, langjährige, dogmatische Lehren loszuwerden, die einfach nicht der Schrift entsprechen.

„Bezeichnet es nicht mehr als ‚Altes Testament‘“!

Diese Worte sind ein Ruf aus einem jüdischen Herzen und die Überschrift eines Artikels aus der Jerusalem Post (Frühling 2017, englische Ausgabe) von Michael Freund, dem Gründer und Vorsitzenden von Shavei Israel und dem früheren stellvertretenden Direktor für Kommunikation unter dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu. Sie haben sofort meine Aufmerksamkeit erregt und innerlich habe ich dem Autor applaudiert.

Es spornte mich an darüber zu schreiben, was mir seit langem auf dem Herzen liegt. Aber es brauchte seinen Aufschrei der Frustration, um mich dazu zu bewegen! Diese mitfühlende Beschwerde, die das Wort Gottes verteidigt, bringt jetzt „Nur Neues Testament!“-Kirchen in eine arrogante und respektlose Position gegenüber unseren jüdischen Geschwistern. Zu denken, dass 1. Mose bis Maleachi nicht wichtig und diese Bücher für heute nicht länger relevant wären, stellt den Christen zwei Götter vor, den Gott des „Alten Testaments“, oft als ein Gott des Zorns betrachtet, und den Gott der Liebe des „Neuen Testaments“. Jedes Kind sollte wissen, dass Gott ein Gott der Liebe und des Mitgefühls ist, egal welches Buch der Bibel man betrachtet.

Einer der Gründe, warum die meisten Kirchenväter die Wiederherstellung Israels und des jüdischen Volkes nicht sehen konnten, ist, weil sie kein Hebräisch verstanden und sich nicht vorstellen konnten, dass der „wandernde Jude“ jemals in sein Land zurückkehren würde. Deshalb predigten sie eifrig, dass Israel aus seinem Land vertrieben und der Tempel verschwunden war und die Kirche Israel ersetzt hätte. Gott alleine weiß, wie viele gleichgültige und apathische Herzen voll mit geistlichem Stolz wegen diesen Unwahrheiten mit Hass gegen das Auserwählte Volk Gottes in Brand gesteckt wurden. Es gibt keine Worte Gottes, die als irrelevant erklärt werden dürfen. Wenn diese Kirchenväter täglich die Schriften studiert hätten, so wie die Menschen in Beröa (Apostelgeschichte 17,11), hätten sie die Verheißung Gottes einer Wiederherstellung der Juden in ihrem Heimatland in den letzten Tagen sehen können. Sie hätten den tragischen Fehler verhindern können, das Monster namens Ersatztheologie zu kreieren, das in der Kirche verheerenden Schaden anrichtete und Jahrhundertelang für Zerstörung zwischen dem Judentum und der Christenheit sorgte. Wir befinden uns immer noch in dem Prozess der Erholung von diesem Fehler, aber den angerichteten Schaden am jüdischen Herzen aufzudecken und zu entdecken, ist der größte Schrecken, dem wir uns noch stellen müssen.

Viele wollen sich nicht mit dem, was sie als „Altes Testament“ bezeichnen, befassen, denn sie haben Angst, „unter das Gesetz“ zu geraten. Das ist ein Fehler, denn um zu verstehen, was Gott heutzutage in der Welt tut – speziell unter dem jüdischen Volk in ihrem von Gott gegebenen Land – müssen wir die jüdischen Schriften lesen, studieren und lieben lernen. In all den heiligen Büchern finden wir die wundervollen Versprechen Gottes für Israel und Sein Auserwähltes Volk. Wenn man die jüdischen Schriften kennt, macht das Evangelium umso mehr Sinn, denn man versteht, dass es bei Sünde ein Opfer bedarf. Christen müssen einfach darin ermutigt werden, die hebräischen Schriften lieben zu lernen.

„Zu einer Zeit, in der der Antisemitismus in Europa und sogar in Nordamerika zunimmt, ist es äußerst wichtig, dass Schritte unternommen werden, um die Integrität des Judaismus und seiner heiligen Texte zu verteidigen ...“ In einer Episode der beliebten amerikanischen Fernsehsendung Dateline NBC wiederholte der Journalist Dennis Murphy kürzlich ein fades, beleidigendes und unangebrachtes Statement. „Die phrasenhafte Sprache, die sie verwendet haben, hatte eine biblisch alttestamentliche Bösartigkeit an sich,“ sagte Murphy zu einem Interviewpartner. Es waren Phrasen gefallen, wie „Ich hoffe bei Gott, dass du für die Schmerzen, die ich dir zeigen werde, bereit bist“ und „Brenne in den feurigen Gruben der Hölle, nach Gottes Gesetz.“ Murphys unfreundliche und fehlinformierte Charakterisierung der Bücher der Bibel ist etwas, das den Zorn eines Jeden erwecken sollte ... Es war schließlich der Tenach (die jüdischen Schriften, einschließlich der Torah, der Propheten, der poetischen Bücher und der Lehrbücher), der der Welt Werte wie Wohltätigkeit, Brüderlichkeit und Vergebung übermittelt hat. Diese Schriften forderten den Menschen heraus, nach höchsten Standarden der Moral und Ethik zu leben, und sie inspirieren unzählige Juden und auch Andere bis zum heutigen Tag. Die hebräische Bibel als „bösartig“ oder grausam zu beschildern ist nicht nur gegenüber dem Text selber ein Frevel, sondern auch ein schmerzlicher Affront gegen diejenigen, die seine Lehren wertschätzen und sich an seine Gebote halten wollen.

Leider ist Murphy in seinen Vorurteilen nicht allein. Es gibt unzählige Beispiele. Kürzlich kritisierte ein irisches Mitglied des Europaparlamentes, namens Luke Flanagan, Irlands Gesundheitsminister Simon Harris für seine Politik bezüglich medizinischem Marihuana mit den Worten: „Unser Gesundheitsminister ist wie der Gott des Alten Testaments – gemein.“ Was ist das nur für ein blödes Gerede? Wie können es Flanagan oder Murphy oder irgendwer anders nur wagen, den Gott Israels mit solchen Ausdrücken zu verleumden? Würden sie über andere Religionen auf solch geringschätzende Weise reden? Die Verwendung des Ausdrucks „Altes Testament“ suggeriert, dass die hebräische Bibel veraltet und archaisch ist, wie ein alter Schuh ... Westliche Zivilisationen sprechen oft voller Stolz von ihrem „judeo-christlichen Erbe“, und doch wird die Basis dieses Erbgutes – die hebräische Bibel – stillschweigend verunglimpft und herabgewürdigt als ob sie ein Relikt aus einer längst vergangenen Zeit wäre und nicht der lebendige Text, der sie tatsächlich ist.

Wie etwas bezeichnet oder abgestempelt wird hat Kraft und beeinflusst, wie die Menschen etwas wahrnehmen und bis zu welchem Maß sie etwas wertschätzen. Für die Juden ist die Torah die Basis des Judaismus, das grundlegende Dokument, das sowohl ihren Glauben als auch ihre Beziehung zu Gott und den Mitmenschen definiert. Der ehemalige britische Großrabbiner Jonathan Sacks stellte einmal fest: „Einer der tragischsten Momente der westlichen Zivilisation war, als Christen begannen, zwischen dem von ihnen genannten ‚alttestamentlichen Gott der Rache‘ im Gegensatz zu dem ‚neutestamentlichen Gott der Liebe‘ zu unterscheiden. Das ist kein kleiner Fehler. Man erzittert bei dem Gedanken daran, wie viele Juden ihr Leben wegen diesem Fehler verloren.“ Offensichtlich wendete sich Herr Michael Freund an die Christen, denn wir sind die einzigen, die die Torah „alt“ nennen. Viele Generationen lang wurde die Stimme Gottes, die zu Moses gesprochen hatte, als „archaisch, überholt und altmodisch“ beschildert, wie ein altes Auto, das in einer Garage ausrangiert und vergessen worden ist.

Und dann gibt es noch den Ausdruck „Gesetzlichkeit“. In der Theologie kann damit das Verhalten einer Person gemeint sein, im Sinne einer Einhaltung von spezifischen Regeln. Jesus lehrte uns: „Ich bin nicht gekommen, um das Gesetz oder die Propheten aufzulösen, sondern um sie zu erfüllen“ (Matthäus 5,17). Im Zusammenhang hat Er damit in etwa gesagt: „Nehmt nicht an, stellt euch nicht einmal vor, dass ich gekommen sei, um die Schriften zu zerstören oder sie in irgendeiner Art zur Seite zu schieben.“ Er war gekommen, um sie zu vervollständigen. Er ging sogar so weit zu sagen, dass nicht der geringste Buchstabe, nicht ein Strich des Schreibers, vergehen würde, bis alles, was geschehen muss, geschehen ist. Was wir auch oft übersehen ist die Tatsache, dass Jesus auch gesagt hat, dass wer immer dies missachtet oder die Prinzipien abschafft, im Königreich des Himmels als am geringsten geachtet werden wird. Knox, Moffit, Rieu, Wey und andere Bibelgelehrte und Übersetzer sind sich darin einig.

Lassen Sie mich das klar stellen. In Christus haben wir die Freiheit von Geboten erhalten, die nur die Zeit Jesu und das altertümliche Israel betrafen und für das jüdische Volk als Nation gedacht waren; die Gebote Gottes jedoch zu verlassen oder zu widerrufen weil sie „alt“ erscheinen, bedeutet, die Überzeugungen der Apostel und ihrer Gemeinden herunterzuspielen, denn alle Apostel waren jüdisch. Weil dies jedoch passiert ist, ist Irreführung in die Kirche geraten und hat sich bis zur Seele des Christentums vorgearbeitet. Nachdem ich seit beträchtlicher Zeit in Israel lebe, würde ich nicht einmal daran denken zu sagen, dass die Torah „tot“ und „vergangen“ oder „alt“ und irrelevant für meinen täglichen Weg mit dem Meister sei.
Im Buch der Offenbarung wird verboten, etwas vom Wort Gottes hinweg zu nehmen. Das Geschriebene wegzunehmen, es nie zu studieren und zu zitieren oder es nie zu erkunden wäre gleichbedeutend damit, die Worte Gottes zu löschen. „... und wenn jemand etwas wegnimmt von den Worten des Buches ... so wird Gott wegnehmen seinen Teil vom Buch des Lebens und von der heiligen Stadt, und von den Dingen, die in diesem Buch geschrieben stehen ...“ (Offenbarung 22,19). Es steht auch geschrieben: „Und viele Völker werden hingehen und sagen: ‚Kommt, lasst uns hinaufziehen zum Berg des HERRN, zum Haus des Gottes Jakobs, damit er uns belehre über seine Wege und wir auf seinen Pfaden wandeln!’ Denn von Zion wird das Gesetz (Torah) ausgehen und das Wort des HERRN von Jerusalem“ (Jesaja 2,3).

Ich wiederhole, wir als Christen müssen den Messias im Zentrum der Schrift behalten, denn Er hat sie erfüllt. In diesen letzten Zeiten muss die wahre Braut ihren Teil darin tun, den König zurück zu bringen. Wie kann das getan werden, ohne Wissen über die jüdischen Schriften zu haben, die wir fälschlicherweise als „alt“ markiert haben? Wenn man an das Neue Testament glaubt, das ein Bericht über das Leben und Wirken des Messias Jesus und Seine Wunder auf der Erde ist, wie können wir dann übersehen, dass alles, was Er vermittelte, auf dem „Alten“ Testament basiert? Die jüdischen Schriften lehren, was heilig und unheilig ist, was gut und böse ist, rein und unrein. „... Ein guter Anfang wäre, die Medien und Menschen der Öffentlichkeit zu ermutigen, dem Gott Israels und Seiner Torah den angemessenen Respekt zu geben“ (Michael Freund). Ich bin der Meinung, dass er Recht hat. Der Prophet Jeremia hielt sich nicht zurück als er sagte, dass die Torah die Gedanken des Herzens Gottes sind. „Der Zorn des HERRN wird sich nicht abwenden, bis er die Gedanken seines Herzens vollbracht und ausgeführt hat. Am Ende der Tage werdet ihr es erkennen und verstehen“ (Jeremia 23,20). Vielleicht sollten wir darüber beten, diese grundlegende Botschaft in unsere Kirchen und Gemeinden zu bringen. Wenn der König nach Jerusalem zurückkehrt, wird keine „neue Bibel“ aus Jerusalem gesendet werden, sondern der Messias wird aus der einzigen Bibel lehren, die Er jemals gekannt hat – der hebräischen Schrift.

Jesus sagte immer wieder: „Es steht geschrieben“ (Matthäus 4,4) ... „Habt ihr nicht gelesen?“ (Matthäus 19,4). Er stellte diese Fragen. Die Worte aus Seinem Mund und das geistliche Brot, das Er zu essen gab, stärkten und leiteten die Menschen immer wieder, genau wie es auch heute der Fall ist. „Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben: ‚Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht!’“ (5. Mose 8,3; Matthäus 4,4; Lukas 4,4). Anders ausgedrückt: „Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit“ (2. Timotheus 3,16). Es ist definitiv nicht richtig, die Schrift aufzuteilen und zum Teil alt und zum Teil neu zu bezeichnen. Als Jesus die Schriftrolle gegeben wurde, rollte Er diese aus und las die Stelle in Bezug auf Sich selbst (Lukas 4,17). Wenn man die Torah wegnimmt, nehmen wir auch das Fundament für das Versprechen Seiner Wiederkehr als Messias-König weg.

Sollten wir unseren Freunden nicht in Liebe mitteilen und sie lehren, die ganze Bibel im Zusammenhang zu lesen? Er sprach nur für und niemals gegen die Torah und den Tenach. Er wies die religiösen Leiter stark darauf hin, dass viele der von Menschen gemachten Gesetze, Regeln und Traditionen nicht von Gott gesprochen worden waren. Religiöse Leiter hatten sie kreiert; die hebräische Bibel jedoch als „bösartig“ oder grausam zu bezeichnen ist nicht nur ein Frevel gegen den Text selber, sondern auch ein schmerzhafter Affront gegen die jüdische Gemeinschaft. Im Messias ist tatsächlich Freiheit, aber nicht Freiheit um gegen Gottes Heiligkeit, wie sie in der Torah ausgelegt ist, zu gehen. Er war ständig in Debatten mit den Gesetzlichen, aber die beschämende Erniedrigung und Vernachlässigung der Torah durch die Gemeinde hat viele christliche Häuser der Anbetung auf wackeliges Fundament gestellt. Die Pergamente und Schriftrollen gehörten zu Jesu Zeiten zu den kostbarsten Besitztümern eines jeden Juden, der den Gott Israels liebte. Paulus wollte mit Sicherheit nirgends hingehen ohne sie. „Den Reisemantel, den ich in Troas bei Karpus ließ, bringe mit, wenn du kommst; auch die Bücher, besonders die Pergamente“ (2. Timotheus 4,13).

Manchmal ist es peinlich, bei Gesprächen mit einer jüdischen Person, oder in Diskussionen mit jüdischen Bibelgelehrten, zugeben zu müssen, wie die Gemeinde versagt hat, ihre Schriften ernst zu nehmen. Weil die Torah in der Gemeinde selten erwähnt wird, ist die einzige Bibel, die Jesus gelesen hat, vielen Christen unbekannt geblieben. Die Schätze, die darin verborgen liegen, müssen durch so viele Menschen erst noch entdeckt werden. Ich bin in vielen Gemeinden in verschiedenen Ländern gewesen, in denen manche Pastoren Schwierigkeiten hatten, auf Anhieb die Bücher Jesaja und Jeremia zu finden.

In der Didache, der frühesten Kirchenordnung der jüdischen Nachfolger Jesu, bestätigten die Anweisungen, die sie nach ihrem Tod den nichtjüdischen Gläubigen hinterlassen hatten, dass die frühe Gemeinde jüdisch war. Sie sagten: „Wir müssen danach trachten, die Torah, wie sie uns durch die Apostel und Jesus (Yeshua) übergeben worden ist, zu bewahren und zu ehren ... Wir dürfen denen nicht zum Opfer fallen, die sagten, dass sie nicht mehr wichtig ist oder die versuchten, ihre eigenen Interpretationen darüber zu legen ... Im Geiste des Apostels Petrus: Es ist besser, den Weg der Gerechtigkeit nie gekannt zu haben, als die Wahrheit zu erkennen und dann fehlgeleitet zu werden ... Das Joch des Meisters sollte nicht von der Torah getrennt werden ... (Didache, Seiten 246-248, Clayton Jefford, „The Way of Life, Die wiederentdeckten Lehren der Zwölf Apostel an die Nichtjuden“, First Fruits of Zion, Toby Janicki). Die Didache, bekannt als „Die Lehren der zwölf Apostel“, wird von den meisten modernen Gelehrten auf das erste Jahrhundert nach Christus datiert. Jesus hat uns davor gewarnt, unser Haus auf Sand zu bauen. Jedes andere Fundament als die Torah würde uns auf wackeligen Boden bringen. Die jüdischen Schriften geben dem Neuen Testament den festen Felsen der Wahrheit der Lehren unseres Retters.

Wenn jemand die Autorität des Wortes Gottes unterminiert, kann das zu Irrlehre führen. Das Neue Testament warnt vor Ersatztheologie – und doch haben sich viele an den Schriften zu schaffen gemacht und das „Alte“ Testament durch das „Neue“ ersetzt. „Indem wir es verneinen, sagen wir, dass die Bündnisse Gottes mit Israel bei Jesus aufgehört haben und sich der Begriff ‚Israel’ nur auf die Gemeinde bezieht“ (Shira Sorko-Ram).

Genau wie Jesus lebt und nicht tot ist, so ist es auch bei der Torah, sie lebt und gilt auf ewig! Es sind diese anhaltenden Worte, die Er liebt, nach denen auch wir leben müssen. In diesen aufgewühlten Zeiten ist nichts weniger gut genug. Einige der größten Helden der Bibel inspirieren uns dazu, in ihren Fußspuren zu folgen, mit dem soliden Glauben und der standhaften Liebe dieser Männer. Wir wollen unsere jüdischen Freunde nicht mit einer zur Schau Stellung von Stolz und Arroganz verschaukeln.

Das Lebendige Wasser, das Jesus uns gegeben hat, kam durch Seinen Gehorsam gegenüber den Worten Seines Vaters. Wenn wir in unserem Glauben „weiter segeln wollen“, dann könnten wir vielleicht lernen, gegenüber unseren jüdischen Freunden sensibler zu sein, und sie dadurch zur Eifersucht reizen, indem wir zu ihnen sagen: „Ich liebe den Gott Israels, ich liebe das jüdische Volk und das Land Israel ... Mein Meister hat mich die Fundamente der lebendigen Schrift, die für immer bestehen bleiben wird, gelehrt.“ Damit gewinnt man jüdische Freunde. Ich hoffe, dass Sie ein noch größeres Verständnis der tieferen Bedeutung des Wortes Gottes erlangen mögen. Ich bete, dass Sie mit heiligem Eifer erglühen werden, um die Wahrheit zu verkünden und anderen diese tatsächliche Wahrheit, die vernachlässigt und dann Jahrhunderte lang vor der Kirche verborgen worden war, vorzustellen. Möge jedes Herz mit dem Feuer Gottes und einer Flamme des geistlichen Lebens brennen, das nicht mit irdischen Fackeln entzündet werden kann. Durch alle Zeitalter hindurch, wo auch immer die Kirche in ihrem geistlichen Streben Erfolg hatte, hat sie den Menschen neue Hoffnung gebracht, das Unrecht weggefegt und die Wahrheit erneut aufgerichtet, in Gerechtigkeit. Mögen wir uns den Titel „brennende Herzen“ verdienen.

Christliche Freunde Israels e. V. (CFRI) ist der deutsche Arbeitszweig von Christian Friends of Israel (CFI-Jerusalem) mit Hauptsitz in 10 Ha Rav Agan, Jerusalem, 91015, ISRAEL. Telefon: 972-2-623-3778 Fax: 972-2-623-3913 E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. CFRI ist zuletzt vom Finanzamt Traunstein am 16.11.2016 als gemeinnütziger eingetragener Verein bestätigt worden.

Back to Top
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok