Helfende Hände


Gennet„Wer dem Armen gibt, dem wird nichts mangeln ...“ (Sprüche 28,27a)

Gennet ist von ihrem Mann getrennt und kämpft damit, für ihre drei jungen Töchter ein Zuhause zu schaffen. Sie kam 1982 über den Sudan nach Israel. Während Gennet im Sudan auf ihre Einreise nach Israel wartete, erkrankte sie an Polio. Diese Krankheit hinterlies sie mit einem Hinken und einer Schwäche, die ihr das Arbeiten unmöglich macht. Sie trägt besondere Schuhe, die ihr beim Gehen helfen, die nun aber schon sehr abgetragen sind. Sie erzählte uns, dass sie diese wieder zum Richten bringen müsse. Tatsächlich bräuchte sie ein neues Paar, was sie sich jedoch nicht leisten kann.

Es ist schwierig in Israel eine Scheidung zu bekommen, wenn der Mann nicht zustimmt. Das Gericht hat Gennets Mann dazu verordnet, das Land nicht zu verlassen, bis die jüngste Tochter achtzehn Jahre alt ist, doch hilft er Gennet finanziell nicht aus. Sie sagt, dass er ihr Schwierigkeiten macht. Sie hat das Gefühl, er möchte ihr das Leben so schwer machen, dass sie nach Äthiopien zurückkehrt, damit er das Land verlassen kann. Auf Grund seiner Einmischung musste sie ihre neun Jahre alte Tochter auf ein Internat schicken. Das ist sehr hart für Gennet. Ihr kamen die Tränen, als sie uns davon erzählte, jeden Dienstag die Reise anzutreten, um ihre Tochter an der Schule zu besuchen.

Trotz ihrer Probleme hat Gennet ein hübsches Lächeln. Sie und ihre Kinder lebten acht Monate lang in einem heruntergekommenen Asylheim für Frauen. Seit Kurzem mietet sie eine kleine eingerichtete Einzimmerwohnung. Die Mieten sind in Jerusalem sehr hoch und Gennet muss das gesamte Geld, das sie vom Staat bekommt, für die Miete verwenden. Ihre ganze Familie ist noch in Äthiopien, und kann ihr also nicht helfen. Es gibt eine jüdische Familie, mit der sie und ihre Töchter sich angefreundet haben. Sie verbringen die Feiertage mit dieser Familie. Gennet sagt, sie geben ihr das Gefühl hier Familie zu haben. Sie möchte so sehr ihre Familie zusammenhalten und für ihre Töchter sorgen.

Haneet ist eine geschiedene Mutter eines sechsjährigen Jungen. Sie kam vor 17 Jahren, als sie 22 Jahre alt war, alleine nach Israel. Haneet arbeitet fünf Stunden am Tag als Putzfrau und verdient etwa 660 US Dollar (ca. 521 €) im Monat. Sie bekommt weder vom Staat noch von ihrem Mann finanzielle Hilfe. Sie lebt in einer deprimierenden Nachbarschaft, weil sie sich nichts anderes leisten kann. Sie macht sich Sorgen über die Probleme dort und wie sie ihren Sohn beeinflussen könnten. Deswegen behält sie ihn bei sich im Haus, um schlechten Einfluss von den anderen Kindern der Nachbarschaft zu vermeiden.

Haneets Sohn wurde mit einem schmalen Atemweg geboren, was das Atmen für ihn erschwert. Er hat bereits einige Operationen hinter sich um diesen Zustand zu korrigieren, doch muss er trotzdem viele Medikamente einnehmen und jederzeit für den Notfall eine Sauerstoffmaske in der Nähe haben. Haneet und ihr Sohn leben in einer sehr kleinen Wohnung mit einem Schlafzimmer. Sie hat den Küchen/Essbereich getrennt, um ihrem Sohn ein eigenes Zimmer zu ermöglichen, doch fürchtet sie sich ihn alleine schlafen zu lassen, falls er in der Nacht Atemnot bekommt und sie ihn nicht rechtzeitig hören kann. Haneets Familie ist noch in Äthiopien und es ist sehr schwierig für sie von ihnen getrennt zu sein. Sie fühlt sich sehr alleine und vermisst die Unterstützung ihrer Familie. Sie sucht jemanden, der sie nicht nur finanziell unterstützen möchte, sondern auch dazu bereit ist, ihr zu schreiben, wie eine Familie.