Lebensabend der letzten lebenden Zeugen - Mögen wir bis zum Ende bei ihnen sein

„Der Mächtige, Gott der HERR, er redet und ruft die Erde vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang” (Psalm 50,1).

Wir alle waren einst bezaubernde, wunderschöne kleine Babys, die die Aufmerksamkeit anderer mit unserem ansteckenden Lachen und unseren lustigen Mimiken erregten. So wie die Sonne in den frühen Morgenstunden aus ihren Kammern kommt, so ist auch ein Baby für die Welt. Wir sollten uns also auch die älteren Menschen ansehen; Menschen in ihrem Lebensabend, deren Ruhm in der Frucht ihres Lebens und im Erbe ihrer Kinder liegt. Sonnenuntergänge sind schön, aber es gibt auch eine Traurigkeit im Licht einer untergehenden Sonne. Im kostbaren Leben der alternden Holocaust-Überlebenden hatten wir als CFI-Team in Israel das Privileg, jahrelang unzähligen Überlebenden zu dienen, und wir sehen täglich Sonnenuntergänge. Viele Gesichter und Lächeln, die wir gekannt haben, verblassen plötzlich und versinken hinter dem Horizont. Ihre Erinnerungen schwinden, ihre Kraft ist nicht so stark, aber wir halten immer noch ihre Hände, schauen in ihre sanften Augen, einige leuchten immer noch mit einer erstaunlichen Helligkeit, wie Rosa. Dies sind die letzten Jahre.

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Namen und Nummern

Der du uns viel Not und Unglück hast sehen lassen, du machst uns wieder lebendig und holst uns wieder herauf aus den Tiefen der Erde“ (Psalm 71,20-21).

20, 5, 50, 30, 70, 74. Das sind alles Zahlen, die für eine Person nichts bedeuten mögen, aber für eine andere dafür um so mehr. Zwanzig Jahre Ehe, Feier zum fünften Geburtstag, 50 Jahre im Dienst. Im Mai gedachten wir der 74 Jahre seit dem Ende des 2. Weltkrieges in Europa - dem Tag des großen Sieges, und auch Yom HaShoa - der Holocaustgedenktag. Yom HaShoa ist für uns, die Zeugen der Zeitzeugen sind, ein Tag, um uns an die Ereignisse zu erinnern, die uns in Geschichtsbüchern und durch persönliche Zeugnisse vermittelt werden. Für die Überlebenden dieser schrecklichen Gräueltaten ist der Tag eine Erinnerung an den tiefen Schmerz des Verlustes, der kummervollste Tag des ganzen Jahres, wenn die Gedanken und das Herz keine Ruhe finden und sich viel Fragen stellen. Was wenn? Wie wäre das Leben, wenn DAS nur nicht passiert wäre? Sie versuchen sich an die kostbaren Schätze zu erinnern, wie das Gesicht der geliebten Mutter oder das liebevolle Lächeln des Vaters, bevor diese bei der Invasion der Sowjetunion getötet oder in den Gaskammern von Auschwitz verbrannt wurden.

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Leben in zwei Realitäten

„Denn er wird den Armen retten, wenn er um Hilfe schreit, und den Elenden, der keinen Helfer hat ... Er wird ihre Seele erlösen aus Bedrückung und Gewalt, und ihr Blut wird kostbar sein in seinen Augen“ (Psalm 72,12.14).

Die meisten Holocaust-Überlebenden leben heute in zwei Realitäten – die der Gegenwart und die der Vergangenheit. Ihr Kurzzeitgedächtnis lässt oft nach und es fällt ihnen schwer, sich an die täglichen Aufgaben zu erinnern. Die Erinnerungen an die Vergangenheit sind aber oft am präsentesten.

Erinnerungen, Erinnerungen. Wie Raben greifen sie die Opfer an, sie belasten die Gedanken, flattern herein und wieder hinaus, schlagende Flügel, die nicht nachlassen, picken den Boden der Ruhe und Erholung auf, bis er voller kleiner Löcher ist. Vor allem in den dunklen Stunden der langen Nächte beginnen diese unwillkommenen geflügelten Gäste ihr Eindringen. Wenn die Sonne am Morgen aufgeht, wärmt sie mit ihrem Licht kalte Hände und Füße und verscheucht die nächtlichen Vögel und die dunklen Schatten der Vergangenheit.

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Die Neu-Pflanzung des Herrn

„Der Geist des HERRN, des Herrschers, ist auf mir ..., um den Trauernden von Zion zu verleihen, dass ihnen Kopfschmuck statt Asche gegeben werde, Freudenöl statt Trauer und Feierkleider statt eines betrübten Geistes, dass sie genannt werden ‚Bäume der Gerechtigkeit‘, eine ‚Pflanzung des HERRN‘ zu seinem Ruhm.“ (Jesaja 61,1a und 3)

Als Team hier in Jerusalem haben wir das unglaubliche Privileg, kostbare Holocaust-Überlebende treffen zu dürfen. Sie sind die letzten Zeugen der furchtbaren Gräueltaten des Nazi-Regimes und wir können ihnen begegnen und ihnen Trost und die Liebe Gottes bringen. Wir versuchen auch, ihre Stimmen in der Welt zu sein, indem wir ihre Geschichten, aus Herzen, die immer noch voller unaussprechlicher Schmerzen sind, weitererzählen. Wir sind für die Gelegenheiten dankbar, wenn wir bei ihnen sitzen und mit ihnen ihre Lasten und auch ihre Freude teilen können. Jedes Leben ist kostbar und ein Wunder göttlicher Befreiung.

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Ein Traum erfüllt

Erinnerungen für zukünftige Generationen festgehalten

Im Januar organisierte das „Vergesst sie nicht“-Team von Christliche Freunde Israels eine sehr bedeutende und besondere Veranstaltung – eine Buchneuvorstellung in der Stadt Kfar Saba. Vor drei Jahren hatte das Team Efim – den Leiter der Organisation der Holocaust-Überlebenden in Kfar Saba – besucht, kurz nach der Gründung der Organisation. Wir fanden heraus, dass Efim einen Traum hatte – die Geschichten der Überlebenden aufzuschreiben und ein kleines Buch daraus zu machen. Dadurch können die Geschichten an die zukünftigen Generationen weitergegeben werden. Wir hatten den Wunsch, ihm bei der Erfüllung dieses Traumes zu helfen und kauften ihm einen Audio-Recorder. Später besuchten wir zusammen mit Efim die Überlebenden.

Wir empfinden es als sehr wichtig, die Vergangenheit zu kennen und die Erinnerungen der schrecklichen Ereignisse des Holocausts festzuhalten. Obwohl wir nie vollkommen begreifen werden, was diese kostbaren Menschen durchmachen mussten, können und müssen wir jedoch in unseren Tagen, in denen es einige sogar wagen zu bezweifeln, dass der Holocaust überhaupt passiert ist, ihre Stimmen sein.

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Christliche Freunde Israels e. V. (CFRI) ist der deutsche Arbeitszweig von Christian Friends of Israel (CFI-Jerusalem) mit Hauptsitz in Jerusalem, ISRAEL. Telefon: 972-2-623-3778 Fax: 972-2-623-3913 E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. CFRI ist zuletzt vom Finanzamt Traunstein am 13.11.2018 als gemeinnütziger eingetragener Verein bestätigt worden.

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