Heute sagen wir "Nie wieder"


„Ich will gedenken an die Taten des HERRN; ja, ich gedenke an deine Wunder aus alter Zeit, und ich sinne nach über alle deine Werke und erwäge deine großen Taten“ (Psalm 77,11-12).

Sich zu erinnern ist eine Entscheidung, eine tatsächliche Handlung, die Zeit und oft Mühe kostet. Wir neigen dazu, ein kurzes Gedächtnis zu haben, da es oft eine schmerzhafte Entscheidung ist, sich an die Wunder von früher zu erinnern. Durch das Erinnern werden jedoch die längst vergangenen Ereignisse und Menschen bewahrt. Es ist, weil jemand in der Vergangenheit sich erinnerte, dass wir heute Geschichte haben. Unsere kostbaren Holocaust-Überlebenden – sie alle sind die Geschichtsschreiber, da sie ihre Erfahrungen während des Holocausts teilen und ihre Geschichten an zukünftige Generationen weitergeben. Auch wir können uns entscheiden, ein Teil dieser Geschichte zu sein, indem wir uns weiterhin erinnern, meditieren und darüber sprechen.

Jedes Jahr nimmt CFI am Holocaust-Gedenktag in der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem teil. Während wir viele persönliche Zeugnisse und historische Fakten hören, werden wir wieder einmal daran erinnert, uns zu erinnern und für diejenigen zu sprechen, die nie wieder in der Lage sein werden, für sich selbst zu sprechen. Raisa war 97 Jahre alt, als sie verstarb. Sie war eine liebenswerte Dame, aber es fiel ihr immer sehr schwer, ihre Erinnerungen zu teilen. Ich möchte Raisas Andenken ehren, indem ich einen kleinen Teil ihrer Geschichte erzähle:

Raisa wurde in Luchnitsi in der Ukraine geboren. Als der Krieg begann, war sie 18 Jahre alt, aber ihre jüngere Schwester war erst sechs Monate alt. Raisa erinnerte sich an die furchtbare Kälte und den ständigen Hunger während ihrer Zeit im Ghetto. Ihr Haus hatte einen großen unterirdischen Keller, in dem sich die ganze Familie und einige Nachbarn während der Pogrome versteckten. Raisas Schwester war noch sehr klein und weinte oft. Manche wollten ihre Schwester töten, weil sie dachten, ihr Weinen würde sie verraten, aber Raisas Mutter lies das nicht zu. Raisas Großvater hatte ihr das Nähen beigebracht, damit sie sich etwas zu essen verdienen konnte, indem sie die Kleidung der Leute flickte. Einmal, während ihrer Zeit im Ghetto, wurde Raisa zusammen mit ihren Onkeln nach Tultschyn gebracht, weit weg von Luchnitsi. Dort wurden sie gezwungen, im Torfmoor zu arbeiten. Die Arbeit war sehr hart, und ihre Onkel beschlossen, wegzulaufen. Obwohl Raisa sie anflehte, sie mitzunehmen, gingen sie eines Nachts ohne sie weg. Ein paar Tage später erfuhr sie, dass alle, die weggelaufen waren, von den Deutschen gefangen und getötet worden waren. Nachdem sie acht Monate in Tultschyn war, wurde Raisa schließlich befreit und kam zu ihrer Familie zurück. Wir erinnern uns an Raisas Leben und würdigen es. Heute sagen wir für Raisa: „Nie wieder!“

Vielen Dank für Ihre Liebe und Unterstützung, die Sie durch Taten gezeigt haben. Danke, dass Sie uns helfen, uns zu erinnern, unsere Stimme zu erheben, ihre Erinnerungen zu bewahren und Geschichte zu schreiben. Lasst uns nicht vergessen, uns zu erinnern. Während wir dieses Rennen gegen die Zeit laufen, um so viele Holocaust-Überlebende wie möglich zu erreichen, schätzen wir Ihre Gebete und Ihren Beistand sehr. Wir erinnern uns an die, die gestorben sind. Wir gedenken derer, die noch leben.

Olga Kopilova
Projekt Vergesst sie nicht


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