Vom Fluss zum Meer – Eine Gebetsreise
Während der jüngsten Feierlichkeiten zum 40-jährigen Jubiläum von CFI empfand unser Kollege Gert eine klare Eingebung vom Herrn, dass wir den Ausdruck „Vom Fluss bis zum Meer“ – der oft als hasserfüllter Slogan zur Forderung nach der Vernichtung Israels verwendet wird – zurückerobern und ihn wieder in Gottes Bundesverheißungen an Sein Volk verankern sollten. Viele, die diesen Slogan skandieren, wissen gar nicht, auf welchen Fluss oder welches Meer er sich bezieht.
Aufgrund dieser Eingebung fühlten wir uns berufen, das Land vom Jordan bis zum Mittelmeer zu Fuß zu durchqueren und dabei zu beten, Gott zu preisen und die Heilige Schrift zu verkünden.
„Denn das ganze Land, das du siehst, will ich dir und deinem Samen geben auf ewig ... Mach dich auf, durchziehe das Land seiner Länge und Breite nach!“ (1. Mose 13,15–17).
„Jeden Ort, auf den eure Fußsohlen treten, habe ich euch gegeben, wie ich es Mose verheißen habe“ (Josua 1,3).
Mit diesen Verheißungen im Herzen legten wir 125 Kilometer in sieben Etappen zurück, wobei die längste Etappe 32 Kilometer betrug. Ein afrikanisches Sprichwort lautet: „Wenn du schnell vorankommen willst, geh allein; wenn du aber weit kommen willst, geh gemeinsam mit anderen.“ Wir haben uns dafür entschieden, gemeinsam durchzuhalten – etwas, wofür wir auch für diese Nation beten.
Wir starteten an der Taufstätte am Jordan und beendeten unsere Wanderung in Jaffa am Mittelmeer.

Es war ein großes Privileg und eine große Freude, diese Reise zu unternehmen. Durch die Landschaften zu wandern, in denen Jesus gewandelt ist, in denen sich die Geschichten der Bibel und der Geschichte abgespielt haben, und all dies hautnah zu erleben, war zutiefst bewegend. Das Land mit eigenen Augen zu sehen, die Menschen kennenzulernen und lange Tage damit zu verbringen, gemeinsam zu wandern, zu singen, zu beten und Gemeinschaft zu pflegen, hat unseren Zusammenhalt als Team gestärkt. Es war wirklich eine Freude.
Unterwegs wanderten wir durch Jerusalem und Jericho, durch Wadis, über Hügel, durch Wälder und auf Wüstenpfaden. Wir stiegen hinauf zum St.-Georgs-Kloster, durchquerten Judäa und Samaria und trafen erstaunliche Menschen, darunter einen Hirten namens Mohammed, der sich um seine Schafe und Ziegen kümmerte, sowie freundliche Soldaten der IDF, die auf ihren Posten Wache hielten und uns erlaubten, ihre Toilette zu benutzen.
An manchen Tagen war echte Ausdauer gefragt. Trotz Schlamm und Erschöpfung setzten wir einfach einen Fuß vor den anderen. Auch wenn unsere Erfahrung nicht mit dem Leid der Holocaust-Überlebenden vergleichbar war, gab sie uns doch einen kleinen Einblick in die Ausdauer und Widerstandsfähigkeit des jüdischen Volkes. In diesen Momenten trugen uns Dankbarkeit, Danksagung und die Fürbitte von Menschen aus aller Welt bis zur Ziellinie.

In Jericho wurden wir herzlich empfangen, und die Menschen brachten uns sogar Obst, um uns zu segnen. In Ostjerusalem war es schwieriger. Wir wurden gefragt, auf welcher politischen Seite wir stünden, und es gab angespannte Momente. Dennoch gingen wir weiter, segneten und beteten.
Als wir durch die Wüste wanderten, wurden wir so oft von den vielen Bächen überrascht und gesegnet, die in der Wüste flossen und die Verheißung widerspiegelten:
„Ich will einen Weg in der Wüste bereiten und Ströme in der Einöde“ (Jesaja 43,19).
Es gab ein engagiertes Team von Fürbittern, und wir spürten die Wirkung ihrer Gebete. An einem bestimmten Tag waren wir uns unsicher, welchen Weg wir einschlagen sollten; wir machten uns auf einen Weg, spürten dann aber die Eingebung, umzukehren – immer noch unsicher, ob dies der richtige Weg sei –, als diese Bibelstelle von den Fürbittenden kam: „Die Schritte des Gerechten werden vom Herrn gelenkt“ (Psalm 37,23). Das bestätigte uns, dass wir nun tatsächlich auf dem richtigen Weg waren. Es war ein wunderschönes Beispiel dafür, wie die verschiedenen Glieder des Leibes in ihren jeweiligen Rollen zusammenwirken.

Am letzten Tag begleitete uns der Großteil des Teams, einschließlich der Kinder, auf den letzten sieben Kilometern. Als wir das Mittelmeer erreichten, rannten einige von uns mit den Kindern ins Wasser. Es gab Gelächter, Freude und herzliche Dankbarkeit. Es fühlte sich wie ein wunderschöner Abschluss an. Unsere Waffe war eine Melodie, mit der wir den ganzen Weg vom Fluss bis zum Meer Gott gepriesen haben.
Während wir wanderten, wurden wir daran erinnert, dass dieses Land sowohl tiefgründige Schönheit als auch tiefe Wunden birgt. Versöhnung und Heilung sind für alle notwendig, die hier leben. Wir laden euch ein, für jüdische, arabische und drusische Gemeinschaften gleichermaßen zu beten, für Familien, die Trauer und Angst mit sich tragen, und für junge Menschen, die inmitten von Spannungen aufwachsen. Mögen die Herzen erweicht werden, das Verständnis wachsen und Gottes Reich in allen Gemeinschaften Israels kommen, wie es im Himmel ist.

Gebetsanliegen:
- Beten wir dafür, dass der Ausdruck „Vom Fluss bis zum Meer“ wieder für Gottes Bundesverheißungen an Sein Volk steht.
- Beten wir um Schutz und Frieden für alle Gemeinschaften im ganzen Land.
- Beten wir für Versöhnung und Heilung zwischen den Völkern und Generationen.
- Beten wir für geistliche Erneuerung und für Ströme, die in Wüstengebieten fließen.
- Beten wir, dass der Friedefürst Seinem Volk den Shalom bringt, den nur Er bringen kann.
Vielen Dank, dass Sie uns so treu im Gebet begleiten. Ihr Unterstützung und Ihre Fürbitte bedeuten uns mehr, als wir in Worte fassen können.
Mit Liebe und Segen aus Jerusalem,
Paula und Linel
