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„Gott ist unsere Zuflucht und Stärke, ein Helfer, bewährt in Nöten. Darum fürchten wir uns nicht, wenn auch die Erde umgekehrt wird und die Berge mitten ins Meer sinken“ (Psalm 46,2-3).

Am Schabbat Sachor, um 8:15 Uhr morgens, als in den Synagogen in ganz Israel laut aus der Thora gelesen wurde – das Gebot, sich an Amalek zu erinnern –, durchschnitten Sirenen die Luft. Stimmen, die eben noch die Schrift rezitierten, verstummten mitten im Satz. Eltern sammelten ihre Kinder um sich. Gemeinden bewegten sich schnell in Richtung Schutzräume.

Schabbat Sachor wird am Schabbat vor Purim begangen. An diesem Tag erinnert die Thora daran, wie Amalek die Israeliten in der Wüste angriff. Im Buch Esther wird Haman, der die Vernichtung des jüdischen Volkes im Persischen Reich plante, als „Agagiter“ beschrieben. Nach jüdischer Tradition wird dies mit Agag, dem König der Amalekiter, in Verbindung gebracht. Deshalb werden Amalek und Haman in der Geschichte, die jedes Jahr an Purim erinnert wird, miteinander verknüpft. Genau dieser Abschnitt wurde gelesen, als die Alarme die Stille eines friedlichen Schabbat-Morgens zerrissen. Für viele Menschen in Israel wurde dieser Moment zu einem weiteren schmerzhaften Zeichen dafür, wie schnell sich das Leben im Land verändern kann.

Ein Veteran mit PTBS: Einer der Männer, die wir besuchen, hat seit 1980 in vielen Kriegen gekämpft. Die äußeren Schlachten mögen vorüber sein, doch in seinem Inneren ist der Krieg nie ganz verstummt. Heute lebt er mit schwerer PTBS und hat offen über Suizidgedanken gesprochen. An manchen Tagen sind die Erinnerungen überwältigend. Wir bringen ihm Essen. Wir hören zu. Er hat uns gesagt, dass unsere Freundschaft für ihn den entscheidenden Unterschied macht. Zu wissen, dass jemand kommt und nicht einfach verschwindet, schenkt ihm Hoffnung. Es ist ein Vorrecht, ihn wissen zu lassen, dass er nicht vergessen ist.

CFI unterstützt auch eine alleinerziehende Mutter und ihren siebzehnjährigen Sohn, deren Zuhause während der Iran-Eskalation schwer beschädigt wurde. Der Junge leidet an Nierenversagen und ist auf Dialyse angewiesen. Sein Alltag ist ohnehin geprägt von Krankenhausbesuchen und medizinischer Unsicherheit. Und doch gibt es Zeichen von Widerstandskraft. Nach einer Operation im vergangenen Monat konnte er wieder zur Schule gehen. Die Familie ist inzwischen in ein schönes neues Zuhause mit einem richtigen Schutzraum gezogen. Als wir sie im vergangenen Monat erneut besuchten, schien es ihnen deutlich besser zu gehen. Doch die erneuten Sirenen und Warnungen haben alte Ängste wieder aufbrechen lassen. Der Junge leidet nun unter schweren Panikattacken. Das Geräusch der Alarme löst Herzrasen, Atemnot und überwältigende Angst aus. Für einen jungen Menschen, dessen Körper ohnehin sehr geschwächt ist, sind solche erneuten Spannungen zutiefst belastend. Wir stehen weiterhin in engem Kontakt mit dieser Familie und helfen auch anderen Familien, die noch immer mit den Traumata der vergangenen Kriegszeiten leben und zugleich erneut mit Schutzräumen, Sirenen und Unsicherheit umgehen müssen.

Wir hatten außerdem die Gelegenheit, mehrere Kinderstationen im Shaare Zedek, einem örtlichen Krankenhaus, zu besuchen. Das Lächeln auf den Gesichtern der Kinder und die Dankbarkeit der Eltern haben uns tief berührt. Auch ein Zentrum für ältere Menschen nahe der libanesischen Grenze haben wir besucht, darunter Holocaustüberlebende. Wir brachten ihnen wunderschöne handgefertigte Quilts aus Texas in den USA. Was für eine Freude wir gemeinsam erleben durften!

In Sderot hieß uns eine liebe Familie willkommen, die direkt neben der Polizeistation wohnt, die am 7. Oktober angegriffen wurde. Sie empfingen uns mit Essen, Musik und israelischem Tanz. Sie sagten zu uns: „Wenn ihr uns besucht, schafft ihr neue Erinnerungen.“

In Kfar Aza besuchten wir erneut Reuben, einen begabten Musiker, der bei dem Angriff verletzt wurde und all seine Instrumente verlor. Anfang dieses Jahres konnte CFI ihn mit neuen Instrumenten segnen. Er und seine Familie erhielten außerdem einen handgefertigten Quilt, der von Gläubigen aus den USA geschickt worden war. Im Gegenzug segneten sie uns mit Gastfreundschaft und Geschenken.

Wir besuchten auch die Familie der ehemaligen Geisel Rom Braslavsky. Für ehemalige Geiseln ist die Rückkehr in ein normales Leben sehr schwer. Arzttermine, seelische Verletzungen, Angst vor Trennung und anhaltende finanzielle Belastungen schaffen eine neue, erschöpfende Realität. Auch ihre Familien tragen tiefe, unsichtbare Wunden und brauchen viel Unterstützung.

Danke, dass Sie an der Seite von CFI stehen und es möglich machen, dass wir diese wichtige Arbeit fortsetzen können. Die praktischen und seelischen Nöte bleiben groß, und viele Menschen brauchen weiterhin Hilfe, Trost und treue Begleitung.

Julia
Projekt Unter Seinen Flügeln


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Christliche Freunde Israels e. V. (CFRI) ist der deutsche Arbeitszweig von Christian Friends of Israel (CFI-Jerusalem) mit Hauptsitz in Jerusalem, ISRAEL. Telefon: 972-2-623-3778 Fax: 972-2-623-3913 E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

CFRI ist zuletzt vom Finanzamt Traunstein am 25.04.2022 als gemeinnütziger eingetragener Verein bestätigt worden.

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